Songs and Pieces of Yupanqui

 
Meisterlich, überaus einfühlsam und artistisch, dennoch mit Verve, wie sich das für lateinamerikanische Musik gehört .

NDR RADIO GLOBO 09/2003
 
16 Werke des argentinischen Komponisten und Gitarristen Atahualpa Yupanqui erwachen zu neuem Leben - unbedingt hörenswert.

RADIO BRAZIL, 07/2003
 
Reinhold Westerheide/Ino Kruysen
" Songs and Pieces of Yupanqui"
(Laika)


Atahualpa Yupanqui (1908 - 1992) war einer der weltweit populärsten Vertreter der argentinischen Volksmusik. Der Dichter, Sänger und Gitarrist schrieb unzählige Lieder mit oft schwermütigen, aber auch sozialkritischen Texten.

Als Komponist schöpfte er aus dem reichhaltigen Fundus der argentinischen Volksmusik und ihrer Tänze ( z.b. der "zamba"); als Interpret stand er für die authentische Wiedergabe der Folklore seiner Heimat und verschaffte durch reine Solostücke der spanischen Gitarre Geltung in Argentinien. Ihm zu Ehren haben Reinhold Westerheide und die niederländische Sängerin Ino Kruysen auf dieser CD 16 Kompositsionen (Lieder und Solostücke) eingespielt. Reinhold Westerheide beweist hier einmal mehr, dass er nicht nur ein gewandter Gitarrist sondern vor allem als ein Spezialist bei der Interpretation lateinamerikanischer Musik ist. Die Solostücke atmen den Geist Yupanquis und seiner "Andengitarre". Als Begleiter beweist Westerheide Einfühlungsvermögen und setzt an den richtigen Stellen Akzente, um die Wirkung der Lieder zu unterstreichen. Ino Kruysen ist natürlich hier der Star. Sie nimmt den Hörer gefangen mit ihrer warmen Stimme und dem gefühlvollen Vortrag der Lieder. Man mag gar nicht recht glauben, dass die Niederländerin hier nicht in ihrer Muttersprache singt - wiewohl sie das Spanische perfekt beherrscht.

So leisten beide Musiker, unterstützt von der vorzüglichen Klangqualität, der Musik Athaualpa Yupanquis einen überaus guten Dienst. Man kann dabei die Lieder durchaus mit Genuss hören, ohne die Texte verstehen zu müssen. Wobei auch der Dichter Yupanqui zu seinem verdienten Recht kommt: die spanischen Texte sind vollständig im Booklet abgedruckt, einschließlich exzerpierter englischer Übersetzungen. Womit eine ganz und gar gelungene Produktion abgerundet wird.

-hw-
 
 
 
Musikalisches Spiel mit Gefühlen Lateinamerikanische Musik in der Neuen Schmiede

Die kapazität der Neuen Schmiede war an diesem schönen Sommerabend bis zum Letzten ausgeschöpft. Besser besucht kann dort ein Konzert wohl nicht sein.


Das hatte seinen Grund: Viele waren wohl gekommen, um dem bekannten Gitarristen Reinhold Westerheide, der nun in den Niederlanden lebt, lauschen zu dürfen.
Allein hatte der den Weg in die Heimat aber nicht gemacht, sondern präsentierte zusammen mit der charismatischen Niederländischen Altistin Ino Kruysen ein Programm lateinamerikanischer Musik rund um den Komponisten und Dichter Atahualpa Yupanqui.

Klänge, die einnehmen.

Die Musiker lassen ab der ersten Note die gefühlslastige Faszination dieser Kompositionen lebendig werden.
Ino Kruysen, barfuß und im dekorativen Carmenkleid, füllt den Raum mit ihrem vollen und vom lichten bis ins rauchig-Dunkle changierenden Timbre.
Die Sängerin schöpft das gesamte Emotionspektrum der Lieder, die von Heimweh, Sehnsucht und Liebe erzählen aus, ohne zu überladen oder zu folklorisieren. Keine Selbstverständlichkeit dort, wo Emotionalität Ausdruck finden soll.

Fast schon selbstverständlich bei so viel Professionalität und Gefühl für das Genre, dass das Zusammenspiel zwischen dem hervorragenden
Gitarristen Reinhold Westerheide und der einnehmenden Sängerin wunderbar ausgeglichen ist.
Kruysen versenkt sich in die Lieder, bleibt dabei aber immer im Kontakt zu ihren Musikpartnern, und erzählt die oft metapherhaft angelegten Dichtungen, die zum Beispiel von der Sehnsucht eines Mannes in der
Zeit zwischen Abschied und Willkommenskuss seiner Liebsten handeln. Oder die schroffe Berglandschaft, die eines alten Mannes Heimat ist, Klanglich nachzeichen.
Dabei kann sich die Gefühlslage zwischen erwartungsfroh und wehmütig bewegen.

Das Publikum nahm jede Emotion begeistert auf und war von diesem Ausdrucksstarken Hörerlebnis sichtlich bewegt.

Gitarre pur gabs von Reihold Westerheide noch dazu mit einem "Träumerischen Samba", er überzeugte damit sein Heimat Publikum.
Als "Special Guest" wurde die musikalische Vielfalt noch durch den Perkussionisten Ramesh Shotham komplettiert, der das Publikum in so Manchem kecken musikalischen Dialog mit Reinhold Westerheide in atem hielt.

Ein gelungener Abend.

Und weils so schön war, gibts Ähnliches mit den beiden Künstlern auch auf CD.

Neue Westfälische 30-6-2003 ~ Bielenfeld (eva ).